Rhizome

Die unterirdischen Ausbreitungsorgane des Bambus, die insbesondere auch zur Speicherung von Nährstoffen dienen, bezeichnet man als Rhizome. An den Knotenringen der Rhizome bilden sich Augen und Wurzeln.

Je nach Wachstumsform der Rhizome lässt sich Bambus in zwei Hauptkategorien einteilen, in horstbildende (pachymorphe) und Ausläufer treibende (leptomorphe) Bambusse. Daneben existieren noch Mischformen aus beiden Kategorien.

Bei horstbildenden Bambussen entwickeln sich aus den Rhizomaugen nur neue Rhizome. Diese wachsen sofort nach oben und bilden einen Halm, wodurch die Halme bei diesen Bambussen sehr dicht stehen. Sie bleiben damit quasi an ihrem Standort und nehmen nur in ihrem Umfang mit den Jahren zu. Zu den bei uns bekanntesten, horstbildenden Bambussen zählt die Gattung Fargesia.

Bei Ausläufer treibenden Bambussen entwickeln sich aus den Rhizomaugen entweder neue Halme oder neue Rhizome. Die neuen Rhizome breiten sich unterirdisch horizontal aus, verzweigen sich dabei und bilden mit der Zeit ein dichtes Rhizomgeflecht. Die unterirdischen Triebe, die bei einem gut eingewachsenen Bambus jährlich etwa 1m bis 6m zurücklegen können, werden auch als Ausläufer bezeichnet.

Werden leptomorphe, hohe Bambusse (z.B. Phyllostachys) nicht begrenzt, so erhält man mit der Zeit einen richtigen Bambus-Hain mit einzeln stehenden Halmen. Einen Bambus-Hain wachsen zu sehen ist zwar sehr faszinierend, aber ein Hain lässt sich nur mit erheblichem Aufwand wieder entfernen. Möchte man den Bambus von vornherein in gewissen Grenzen halten, z.B. als Solitärpflanze oder auch zum Nachbargrundstück hin, empfiehlt sich der Einbau einer Rhizomsperre.

Die meisten für unser Klima geeigneten Bambusse aus den gemäßigten Zonen Zentralchinas und Japans gehören zu der Ausläufer treibenden Kategorie.