Halme

Die Internodien des Bambus sind bereits in der Bambussprosse enthalten. Die Sprosse schießt schon so dick aus dem Boden, wie der daraus entstehende Halm später sein wird. Im Gegensatz zu Bäumen besitzen Bambusrohre kein sekundäres Dickenwachstum. Die Internodien selbst sind hohl (Ausnahme Chusquea), nur an den Knoten bildet sich eine massive Trennwand. Durch diesen Aufbau erhalten Bambusrohre sehr hohe Stabilität und Elastizität.

Legendär ist auch das schnelle Wachstum (auch bei uns mehrere Zentimeter am Tag) der Halme. Innerhalb einer Vegetationsperiode (2 – 4 Monate) schließt der Bambushalm sein Längenwachstum ab. Von den Knoten ausgehend bilden sich danach die Seitenzweige, die sich ihrerseits wieder von ihren Knoten aus verzweigen können. Bei einigen Gattungen (z.B. Phyllostachys, Semiarundinaria) treiben aber bereits während des Längenwachstums Zweige, bei anderen Gattungen (z.B. Fargesia nitida, Chusquea) bilden sich Zweige und Blätter erst im darauffolgenden Jahr. Die Anzahl der Zweige pro Knoten ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal der Bambusgattungen.

An den Zweigen bilden sich schließlich die für Bambus typischen, länglich lanzettlichen Blätter. Diese können in Farbe, Form und Größe sehr verschieden sein. In den Folgejahren verliert Bambus das ganze Jahr über Blätter, die meisten davon im Frühjahr. Er treibt aber bis Ende Sommer immer wieder neue Blätter aus.